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Der Teckbote:"Weiß ist das neue Weiß"

Kirchheim. Es hat schon etwas Anrührendes, als Jörg Schmid in der Bastion die ersten Töne des Hendrix-Klassikers „Hey Joe“ erklingen lässt. Die alten Gemäuer haben den Song bestimmt schon einhundert 
Mal gehört, aber sicherlich noch nie von einer Band, deren Drummer noch nicht einmal volljährig ist und deren Sänger ein bisschen aussieht wie Justin Bieber, nur in blond. Aber „China Loves White“ spielen Altmeister Jimi Hendrix mit einer solchen Feierlichkeit und Souveränität, dass das Publikum ihnen den Song abnimmt.

Das ist die eine Seite, von der sich Jörg Schmid (Gitarre und Gesang), Julian Lichtl-Häfele (Bass und Gesang), Michael Dugas (E-Piano und Synthesizer) und Julian Feuchter (Schlagzeug) in der Bastion zeigen. Es ist der Abend, an dem sie ihr erstes Album „Sunrise to Sunset“ präsentieren, vor ausverkauftem Haus. Die andere Seite von „China Loves White“ ist jung, funkig und sehr tanzbar. In ihren Eigenkompositionen vereinen sie Indie mit elektronischen Einflüssen, Balladen mit Sprechgesang, und über all dem schwebt der Klang von Michael Dugas‘ E-Piano, das der Musik von „China Loves White“ einen unverwechselbaren Sound verleiht. Den Dank bekommt die Band unmittelbar und live: In der ersten Reihe tanzen sich die Fans, deren harter Kern passend zum Bandnamen in weißen T-Shirts erschienen ist, die Beine aus dem Leib.

Vor einem Jahr haben sich die Jungs zusammengefunden, sagt Sänger Jörg beim Redaktionsgespräch. „Am Anfang haben wir nur gejammt“, erzählt er, und sein Bandkollege Julian Lichtl-Häfele, Spitzname Julz, ergänzt: „Aber dann entstanden beim Jammen so viele Ideen, dass wir sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollten.“ Letzteres kann man ihnen wahrlich nicht vorwerfen: Innerhalb eines Jahres hat die Band ein beachtliches Repertoire zusammengestellt und ist in vielen Kirchheimer Locations und bei so ziemlich allen wichtigen Musikereignissen aufgetreten. Unter anderem waren sie beim Rollschuhplatz-Open Air, bei der Musiknacht und in der Bastion zu sehen. Was war ihr bisher tollstes Konzert? „Das war in der Milchbar bei der Musiknacht“, antwortet Jörg wie aus der Pistole geschossen. „Da ist der Funke richtig übergesprungen.“

Aber auch in Stuttgart ist die junge Band bereits dabei, sich einen Namen zu machen. Beim Bandcontest im Stuttgarter Kellerclub kamen die Jungs zwar nicht auf die ersten Plätze, ergatterten aber eine „Wild Card“. Als Belohnung winkt ein Auftritt in den Wagenhallen. Um noch bessere Auftrittsmöglichkeiten zu haben, hat die Band im Studio von Florian Ostertag in Ochsenwang ihr erstes Album aufgenommen. „Ein Album in Studioqualität ist heutzutage Pflicht“, erklärt Jörg. Das Problem sei nicht, in Kirchheim Auftritte zu bekommen, sondern in anderen Städten. „Leider haben viele nicht so großes Interesse an Newcomern“, sagt er. Deshalb knüpft die Band fleißig Beziehungen, um irgendwann regelmäßiger außerhalb von Kirchheim auftreten zu können.

In den nächsten Monaten steht allerdings erst einmal Schule auf dem Programm: Jörg, Michael und die beiden Julians machen in diesem Jahr ihr Abitur. So sehr ihnen das momentan die Zeit zum Proben raubt, so groß sehen sie die gemeinsame Chance, die darin liegt. „Unser Traum wäre es, auf eigene Faust eine Tour zu machen“, sagt Jörg. Skandinavien könnten sie sich vorstellen. Dort sind gute Straßenmusiker gern gesehen.

Doch bevor es möglicherweise gen Norden geht, werden die vier Jungs im Schwabenland noch einige Konzerte spielen. Die CD-Präsentation in der proppenvollen Bastion war sicher nur der Anfang. An diesem Abend schien es, als ob die jungen Musiker es selbst nicht fassen könnten, was ihre Musik in ihrem Publikum auslöst. „Wir konnten es fast nicht glauben, als wir erfahren haben, dass unser Konzert ausverkauft ist“, rief ein überglücklicher Jörg Schmid ins Mikrofon. So viel uncoole Bescheidenheit kommt gut an.

Das Album „Sunrise to Sunset“ kann online auf http://chinaloveswhite.restorm.com/albums heruntergeladen werden. Außerdem ist es bei „Tonart“ in Kirchheim erhältlich. Mehr Infos gibt es auf der Bandseite: www.chinaloveswhite.de.

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